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Schachprobleme 1864

Die Schachaufgaben aus Payne's Illustriertem Familienkalender habe ich fotografiert. Die Kurzbiografien sind aus meinem Buch Elke Rehder: "Schach in Zeitungen des 19. Jahrhunderts. 210 Schachaufgaben und 200 Bilder." Homburg, EDITION JUNG, 2014. 340 S., Format DIN A5, kartoniert. ISBN 978-3-933648-54-9.

Die auf dieser Internetseite gezeigten originalen Abbildungen sind nur hier zu sehen. Mein Buch enthält "moderne" Diagramme und die Lösungen.

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Problemschach 1864 Schachkomponisten und mehrere Schachaufgaben

Nr. 109 - E. Seidel in Hamburg

Nr. 110 - Walter Grimshaw (12.03.1832–27.12.1890) war ein englischer Schachkomponist. Der Grimshaw ist heute noch ein Begriff für die nach ihm benannte Schnittpunktkombination, wobei zwei schwarze langschrittige Figuren sich wechselseitig im Schnittpunkt ihrer Wirkungslinien verstellen.

Nr. 111 - Richard Beuthner (1812–1895) war Rechtsanwalt und einer der starken Schachspieler in Leipzig. Er spielte 1863 und 1864 in Leipzig gegen Louis Paulsen, dem damals stärksten Spieler in Deutschland. Beuthner ist auch bekannt für einige Selbstmattstudien.

Nr. 112 - Karl August Mörtzsch (31.10.1831 Deuben –1 4.10.1907 Leipzig). Mörtzsch gilt als Vertreter des Problemschachs aus der Arbeiterklasse. Als junger Mann war er oftmals im Leipziger Café National. Von Mörtzsch wurden 49 Kompositionen in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. Nach dem Tod von Mörtzsch veröffentlichte Oskar Korschelt 45 Schachaufgaben in der Deutschen Arbeiter-Schachzeitung im August 1911, die 1931 von Willy Roscher um 4 Aufgaben ergänzt wurden.

Nr. 113 - Albert Barbe (keine Lebensdaten) gilt neben Max Lange als Wegbereiter des Hilfsmatts, eine Kompositionsrichtung im Schach, in der beide Parteien kooperieren, damit Weiß den schwarzen König in der vorgegebenen Anzahl von Zügen mattsetzen kann. Das Hilfsmatt wurde später von dem amerikanischen Spieleerfinder und Schachkomponisten Samuel Loyd und dem Schachkomponisten Otto Würzburg weiter ausgearbeitet.

Nr. 114 - Joseph Graham Campbell (1830–1891) war ein englischer Schachmeister und Schachproblemist. Er gilt als Pionier des modernen Kompositionsstils. In der Schachliteratur wird er mitunter auch nur mit "J. G. C." bezeichnet. In den Jahren von 1858 bis 1862 war er ein starker Schachspieler, vergleichbar mit Falkbeer, Harrwitz und Zytogorski. Freunde versuchten seinerzeit für ihn ein Match gegen Morphy zu arrangieren. Gegen Adolf Anderssen gewann Campbell ein Freundschaftsspiel.

Nr. 115 - Konrad Bayer (auch Conrad Bayer) (10.11.1828–20.09.1897) war Schachspieler, Advokat und Handelskammersekretär in Olmütz. Er gehört zu den Hauptvertretern der deutschen Problemkunst in den 1850er Jahren. Bayer siegte in mehreren internationalen Problem-Turnieren, 1856 im Londoner Era-Turnier, 1857 erhielt er den zweiten Preis beim ersten Amerikanischen Schachkongress, 1860 im Régence-Turnier in Paris und 1862 und 1866 in zwei weiteren Turnieren in England.

Nr. 116 - Carl Kockelkorn (26.11.1843 Köln – 16.07.1914) war ein deutscher Schachkomponist und Privatlehrer in Köln. Zusammen mit Johannes Kohtz begründete er die Neudeutsche Schule der Schachkomposition, international als Logische Schule bezeichnet.

Problemschach Schachkomponist Carl Kockelkorn 1843 - 1914

Schachkomponist Carl Kockelkorn

 

Schachproblem von Johannes Seeberger und Johan Gustaf Schultz

Nr. 117 - Johannes Seeberger (17.09.1843 Graz – 11.11.1879 Bad Lindewiese, heute Tschechien) war ein österreichischer Komponist für Schachprobleme. Er war Direktor der Eisenwerke in Lilienfeld. Er ist Namensgeber für den sogenannten "Seeberger" im Problemschach, wobei ein frei beweglicher Stein in seiner Zugkraft durch eine indirekte kritische Kombination so eingeschränkt wird, dass der sich dadurch ergebende Zugzwang ausgenutzt werden kann.

Nr. 118 - Johan Gustaf Schultz (23.02.1839–28.11.1869) war ein schwedischer Schriftsteller, Publizist, Schachspieler und Schachkomponist. In Schweden gilt er als Pionier des Problemschachs. Schultz arbeitete als Redakteur für die illustrierte Stockholmer Zeitung När och Fjerran (Nah und Fern) und redigierte dort seit Juli 1859 die Schachspalte. 1862 erschien sein Buch 100 uppgifter för schackvänner (100 Aufgaben für Schachfreunde). Sein 83seitiges Manuskript Problèmes d'echecs in französischer Sprache, befindet sich in der White Collection der Cleveland Public Library. Schultz starb im Alter von 30 Jahren an einem Lungenleiden.

Der schwedische Schachkomponist Johan Gustaf Schultz 1839 - 1869

Der schwedische Schachkomponist Johan Gustaf Schultz

 

Schach Selbstmatt Dr. Stavenüter Hamburg und andere Schachkomponisten zum Problemschach

Nr. 119 - Josef Plachutta (auch Josip Plahuta, 13.05.1827 Zadar, Kaisertum Österreich, heute Kroatien – 22.07.1883) war Staatsbeamter in verschiedenen Orten im Kaisertum Österreich und bedeutender Problemkomponist. Er schuf ca. 300 Schachprobleme, die sich durch Tiefe und Ideenreichtum auszeichnen. Bekannt ist Plachuttas Durchschnittspunkt, eine Schnittpunktkombination, bei der die Wirkungslinien von zwei gleichschrittigen schwarzen Figuren in ihrem Schnittpunkt durch einen weißen Opferstein verstellt werden (zuerst veröffentlicht in Leipziger Illustrirte Zeitung vom 28. August 1858).

Nr. 120 - Denis Julien (1806–1868) wurde in Frankreich geboren und wanderte 1845 nach Amerika aus. Er gründete 1852 das St. Denis Hotel am Broadway in New York, welches ein beliebter Treffpunkt für Schachspieler war und wo 1857 der erste amerikanische Schachkongress ein großes Festmahl hielt. Julien war ein starker Schachspieler, der gegen Paul Morphy spielte und der auch seinerzeit für gute Schachkompositionen bekannt war.

Nr. 121 - E. Vorwerk in Druse

Nr. 122 - Samuel Loyd (auch: Sam Loyd, 30.01.1841 Philadelphia – 10.04.1911 New York) war ein bekannter Schachkomponist, Spiele-Erfinder und Rätselspezialist. Loyd nahm unter anderem 1867 am internationalen Schachturnier anlässlich der Weltausstellung in Paris teil. Nach 1870 widmete er sich mehr den mathematischen Denkspielen und der Erfindung origineller Werbegeschenke. 1885 wettete Loyd mit dem Schachweltmeister Wilhelm Steinitz, dass er schneller ein Schachproblem komponieren als Steinitz die Lösung finden könne. Er verlor diese Wette und siegte in einer Revanche.

Schachkomponist Samuel Loyd - Problemschach

Schachkomponist Samuel (Sam) Loyd

 

Nr. 123 - Napoleon Marache (15.06.1818 Meaux, Frankreich – 11.05.1875 New York) wanderte im Alter von 12 Jahren nach New York aus. 1844 begann er mit dem Schachspielen, komponierte Schachprobleme und stieg zum seinerzeit bekanntesten Schachjournalisten in den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Er entwickelte sich zu einem starken Schachspieler. 1857 verlor er gegen Paul Morphy in einem grandiosen Schachkampf. 1866 veröffentlichte er sein Schachhandbuch Marache's Manual of Chess, eines der ersten Schachbücher in den Vereinigten Staaten.

Problemschach Schachkomponist Napoleon Marache 1818 - 1875

Schachkomponist Napoleon Marache

 

Nr. 124 - Selbstmatt-Aufgabe von Dr. H. A. Stavenüter in Hamburg, hat über seine Person wenig bekannt werden lassen. Ich habe im Mitgliederverzeichnis der Universität Bonn den stud. jur. Heinr. Aug. Stavenhüter mit unbekanntem Aufenthalt ermitteln können. Dr. H. A. Stavenüter war in Hamburg im Zeitraum um 1850 als Rechtsanwalt aktiv und Mitglied des Hamburger Schachclubs. Dr. Stavenüter wird von Max Lange 1861 in der Zeitschrift Sonntags-Blätter für Schach-Freunde mehrfach erwähnt. Ebenfalls in den Ausgaben der Berliner Schachzeitung (in der Zeit, als Max Lange diese redigierte) wird Dr. Stavenüter in den 1860er Jahren genannt. Auf dem vierten Rheinischen Schachkongress 1864 in Düsseldorf errang Dr. Stavenüter den dritten Preis für Direktmatts. Der erste Preis ging an Johann Berger in Graz und der zweite Preis an Konrad Bayer in Olmütz. Bei den Selbstmatts siegte Johannes Minckwitz aus Leipzig vor dem Schachkomponisten Heinrich Friedrich Ludwig Meyer (geb. 1839 in Anderten bei Hannover, gestorben 1928 in England) und dem ungarischen Schachkomponisten Graf Arnold Pongrácz (Pseudonym: Einsiedler von Tyrnau), geboren am 18. Juli 1811 auf Schloss Nedec, gestorben am 7. Juli 1890 in Nagyszombat (ung.) Trnava, deutsche Aussprache: Tyrnau.

Nr. 125 - Selbstmatt-Aufgabe von Albert Barbe siehe oben Nr. 113

Nr. 126 - Selbstmatt-Aufgabe von Johan Gustaf Schultz siehe oben Nr. 118

 

Lösungen

Die Lösungen zu den Aufgaben von 1864 finden Sie in meinem Buch "Schach in Zeitungen des 19. Jahrhunderts". Der Schachspieler und Schachbuch-Verleger Karl-Otto Jung in Homburg im Saarland hat mit Hilfe eines Computerprogramms die Lösungen ermittelt.

 

© Elke Rehder

Bitte besuchen Sie auch meine Homepage www.elke-rehder.de

 

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