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Meine Jugenderinnerungen an das Schachspiel

Mein Name ist Elke Rehder. Ich bin 1953 in Hamburg geboren. Als bildende Künstlerin arbeite ich seit mehr als 25 Jahren zum Thema Schach. Meine Künstler-Homepage www.elke-rehder.de besteht seit 2001. Seit einigen Jahren wird ein Teilbereich der Homepage für mein Versandantiquariat genutzt. Seit März 2010 betreibe ich zusätzlich diese Internetseite www.schach-chess.com, die seit 2013 auch in englischer, spanischer und französischer Sprache aktualisiert wird. Anfang 2015 habe ich meine Internetseiten für mobile Endgeräte optimiert.

Künstlerlin Elke Rehder Biiographie

Die nun folgenden Gedanken sind mir beim Betrachten alter Fotos aus unserem Familienalbum gekommen. Die meisten Schwarz-Weiß-Fotos entstanden mit einer einfachen Agfa Kamera mit Rollfilm oder einer Voigtländer Kleinbildkamera. Die Fotoabzüge wurden in einem Fotoalbum gesammelt und bei jeder passenden Gelegenheit Verwandten und Freunden gezeigt.

Einige Fotos wurden auch als Anlage einem handgeschriebenen Brief beigelegt. Später gab es die Möglichkeit, sich von sehr guten Fotos auch Fotopostkarten herstellen zu lassen. Auf diese Art und Weise konnte man auch mit Schachfreunden kommunizieren. Briefe, Postkarten und Fotos wurden von den Beteiligten meist aufbewahrt, also mit anderen Worten gesammelt. Wer das Schachspiel aktiv betrieb, hatte bald ein kleines Archiv, welches sich in Griffweite zu den Schachbüchern, Schachbrettern und Figuren befand. Wir hatten ein großes und qualitativ gutes Schachbrett aus Edelhölzern, welches nur selten benutzt wurde. Hinzu kamen noch ein paar dekorative Schachspiele aus Alabaster und Onyx-Stein. Die meisten Gebrauchsspuren zeigte eine einfache Schachkassette, die man aufklappen konnte, die Schachfiguren entnahm und den Kassettendeckel dann als Schachbrett nutzte.

Für den Ausflug an die Elbe, Alster oder Bille hatte mein Vater ein Steckschachspiel aus Holz dabei. So konnte man auch am Flussufer unter einem schattigen Weidenbaum ein Partie Schach spielen. Im Laufe der Zeit kamen einige Figuren abhanden. Mein Vater hatte dann ein Reiseschachspiel mit Magneten, welches er für längere Fahrten mit der Straßenbahn, dem Autobus oder der Eisenbahn gern aus seiner Jackettasche zog. Ich hatte eine kleines Taschenschachspiel aus Plastik, bei dem nach einiger Zeit die Steckfiguren in Verlust gerieten.

Eine Besonderheit waren für mich die Freiluftpartien im Hamburger Stadtpark. Man kam mit alten und erfahrenen Schachspielern ins Gespräch und bekam unendlich viele Ratschläge von den Zuschauern, den sogenannten Kiebitzen, die das Spiel genau beobachteten.

Wir spielten Schach ohne Leistungsdruck und ohne Zeitdruck. Eine Schachuhr gab es bei uns nicht. Ich wurde unruhig, wenn mein Vater bei einer Partie zu lange ins Überlegen kam. Angeblich sollen die Partien des großen Wettkampfes zwischen Staunton und Saint-Amant im Café de la Régence in Paris durchschnittlich neun Stunden gedauert haben. Von solchen Extremen waren wir weit entfernt. Bei uns gab es keine Hängepartien.

Die Geschichte der Schachuhr beginnend mit der Sanduhr, über die manuell betätigte Stoppuhr bis zur Doppeluhr werde ich ein anderes Mal an anderer Stelle erzählen. Auch auf das Thema Leistungsdruck beim Schachspiel möchte ich hier nicht weiter eingehen.

In meinen Jugendjahren hatte ich noch nicht die Schachbibliothek zur Verfügung, wie ich sie heute habe. Mir stand nur das Schachbuch meines Vaters zur Verfügung "Katechismus der Schachspielkunst" von K. J. S. Portius in der elften, verbesserten Auflage von 1895.

Katechismus der Schachspielkunst von K. J. S. Portius, Leipzig, Weber 1895

 

Zum Fernschach
Der Begriff Fernschach war mir damals noch fremd. Postkarten oder Briefe zu schreiben, war in meinen Jugendjahren eine Qual für mich. Bis wir endlich einen Telefonanschluss im Wohnzimmer hatten, ging ich zum Telefonieren in eine Fernsprechzelle (gelbe Telefonzelle der Post), die in den 1960er Jahren an zahlreichen Straßenecken und Plätzen in Hamburg zu finden war.

Die neuen Medien wie E-Mail und Internet haben das Kommunikationsverhalten der Menschen verändert. Die technologische Entwicklung schreitet in immer größeren Schritten voran. Der Markt für kleine und leistungsstarke mobile Endgeräte boomt. Auf immer kleineren Geräten wird eine immer größer werdende Datenmenge in immer kürzerer Zeit verarbeitet. Der internationale Wettbewerb der Kommunikationsriesen Google, Microsoft und Apple wird immer härter.

Milliarden Menschen sind in sogenannten sozialen Netzwerken miteinander verbunden und drohen trotzdem zu vereinsamen. Eigentlich könnte ich mir den Weg ins Schachcafé oder zur Freiluftpartie in den Stadtpark sparen. Ich bleibe einfach vor meinem PC-Monitor und spiele Schach online im Internet.

© Elke Rehder 05.08.2015

 

Bitte besuchen Sie auch meine Homepage www.elke-rehder.de

 

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