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Schachkompositionen von 1859 aus Payne's Illustrirtem Familienkalender

Die Kompositionen aus dem mehr als 150 Jahre alten Kalender habe ich fotografiert und mit Kurzbiografien zu den Schachkomponisten versehen. Die wenigen biografischen Angaben auf dieser Internetseite sind aus meinem Buch Elke Rehder: "Schach in Zeitungen des 19. Jahrhunderts. 210 Schachaufgaben und 200 Bilder." Homburg, EDITION JUNG, 2014. 340 S., Format DIN A5, kartoniert. ISBN 978-3-933648-54-9.

Die auf dieser Seite abgebildeten Originale sind nicht in meinem Buch abgebildet. In meinem Buch sehen Sie zeitgemäße Diagramme und Lösungen, welche mittels eines Computerprogramms erstellt wurden und für die meisten Schachspieler leichter lesbar sind.

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Schachaufgabe von Josef Plachutta in Innsbruck 1859

Nr. 19 - Josef Plachutta (auch Josip Plahuta, 13.05.1827 Zadar, Kaisertum Österreich, heute Kroatien – 22.07.1883) war Staatsbeamter in verschiedenen Orten im Kaisertum Österreich und bedeutender Problemkomponist. Er schuf ca. 300 Schachprobleme, die sich durch Tiefe und Ideenreichtum auszeichnen. Bekannt ist Plachuttas Durchschnittspunkt, eine Schnittpunktkombination, bei der die Wirkungslinien von zwei gleichschrittigen schwarzen Figuren in ihrem Schnittpunkt durch einen weißen Opferstein verstellt werden (zuerst veröffentlicht in Illustrirte Zeitung vom 28. August 1858).

 

Schachaufgaben von 1859 von W. Lehmann in Berlin, C. Hug in Steinen und A. König in Prag

Nr. 20 - W. Lehmann in Berlin

Nr. 21 - C. Hug in Steinen

Nr. 22 - A. König in Prag

 

Schachkomposition von Otto Wülfing in Elberfeld 1859

Nr. 23 - Otto Wülfing (11.10.1824–25.09.1864) war ein starker Schachspieler aus Elberfeld. 1862 belegte er im Schachturnier am 7. und 8. September 1862 in Düsseldorf den zweiten Platz nach Max Lange. Die Elberfelder Schachgesellschaft (gegründet 1851) trug zusammen mit dem Düsseldorfer Schachverein von 1854 und dem Krefelder Schachklub maßgeblich zur Gründung des Westdeutschen Schachbundes bei, welcher die Rheinischen Schachkongresse ausrichtete.

 

Schachaufgaben von J. Scholz in Prenzlau, T. Trautmann in Halle, G. Brackenhoff in Witting und R. Häger in Rostock

Nr. 24 J. Scholz in Prenzlau

Nr. 25 - Dr. Th. Trautmann (Halle a. d. Saale, keine weiteren Daten). Die Berliner Schachzeitung schrieb 1863 auf Seite 110 unter "Vermischte Mitteilungen / Schachtreiben in Halle a/S.: …Die tüchtigsten Schachkräfte unserer Stadt gehören dem Vereine an, namentlich Pastor Sickel, Dr. Trautmann und der zeitige Vorsteher Amtmann Rudolphi." Im ersten Band der Wochenzeitschrift Über Land und Meer. Allgemeine Illustrirte Zeitung erschien 1859 in der Ausgabe Nr. 16 die Schachaufgabe Nr. 5 und in Nr. 19 die Aufgabe Nr. 6. von "Herrn Studiosus Trautmann in Halle".

Nr. 26 G. Brackenhoff in Wittingen

Nr. 27 R. Häger in Rostock

 

Schachkomposition von Konrad Bayer in Olmütz 1859

Nr. 28 - Konrad Bayer (auch Conrad Bayer) (10.11.1828–20.09.1897) war Schachspieler, Advokat und Handelskammersekretär in Olmütz. Er gehört zu den Hauptvertretern der deutschen Problemkunst in den 1850er Jahren. Bayer siegte in mehreren internationalen Problem-Turnieren, 1856 im Londoner Era-Turnier, 1857 erhielt er den zweiten Preis beim ersten Amerikanischen Schachkongress, 1860 im Régence-Turnier in Paris und 1862 und 1866 in zwei weiteren Turnieren in England.

 

Schachkomposition von Victor Schlegel in Sagan, H. Rosenberg in Gnesen und G. Schulze in Hamburg

Nr. 29 - Victor Schlegel (auch Viktor). Der Name dieses Schachkomponisten erscheint in der Berliner Schachzeitung 1860 Seite 359 "Selbstmatt durch Zugzwang" als "V. Schlegel (Sagan)" u. a. in Verbindung mit weiteren Einsendern von Schachaufgaben wie z. B. G. Schlenther, Adalbert Moser (Königsberg) und Johannes Kohtz (Köln). Auch im Handbuch der Schachaufgaben wird "Victor Schlegel" 1862 von Max Lange mit der Ortsangabe Sagan genannt. Die ehemals schlesische Kleinstadt Sagan (heute Zagan in Polen) liegt ca. 100 Kilometer von Frankfurt a. d. Oder entfernt. Viktor Schlegel war 1852 am Gymnasium in Sagan. Es könnte sich um den Mathematiker Viktor Schlegel handeln. Stanislaus Ferdinand Viktor Schlegel wurde am 04.03.1843 in Frankfurt a. d. Oder geboren und starb am 22.11.1905 in Hagen in Westfalen. Seine Wirkungsorte waren: 1860-1863 Studium in Berlin, 1866 Lehrer in Breslau, Stettin, Anklam (1868), Waren Gymnasium (1869), Leipzig Universität (1881), Hagen Gewerbeschule (1886) und Königliche höhere Maschinenbauschule (1886). Prof. Dr. Schlegel verbesserte Verfahren in der Geometrie (Schlegeldiagramm). Es könnte also sein, dass Schlegel sich im Alter von 16 Jahren am Gymnasium in Sagan mit der Theorie des Schachspiels beschäftigt hat.

Nr. 30 - H. Rosenberg in Gnesen

Nr. 31 - G. Schulze in Hamburg

 

Schachkomponist Carl Wimmer in Karlsruhe 1859

Nr. 32 - Carl Wimmer (1823 Schlitz – 1891 Karlsruhe). Die Berliner Schachzeitung bemerkt in ihrem 17. Jahrgang 1862 auf Seite 374 zu einer von Carl Wimmer aus Carlsruhe (alte Schreibweise) eingereichten Aufgabe Nr. 1290 von Oktober 1861: "Die vom Autor intendierte, variantenreiche Spielweise…". Wimmer war ein geistreicher Schachkomponist, erlangte jedoch durch seine Kompositionen keine große Bekanntheit. Von dem Zeichner und Maler Carl Wimmer ist mir nur die aquarellierte Federzeichnung "Rathaus zu Alzey" bekannt, die 2008 in einer Auktion im Schloss Ahlden versteigert wurde.

 

Schachaufgaben von Johann Martin in Krakau, Dr. heinrich Landesmann in Wien und Emil Pauls in Kornelimünster bei Aachen

Nr. 33 - Johann Martin in Krakau (1859–1862, keine weiteren Daten) wird im Handbuch der Schachaufgaben von Max Lange 1862 als Schachkomponist der 4. Klasse aufgelistet. Die Schachaufgaben Nr. 65, 85 und 254 im Illustrirten Familien-Journal wurden von Johann Martin in Krakau eingereicht.

Nr. 34 - Dr. Heinrich Landesmann (09.08.1821 Mähren – 03.12.1902 Brünn) auch bekannt unter dem Pseudonym "Hieronymus Lorm", als österreichischer Schriftsteller und Erfinder eines Tastalphabets für Taubblinde (Lorm-Alphabet). Sein Werk umfasst insgesamt ca. 60 Bände. Der geniale Erfinder beschäftigte sich auch mit dem Schachspiel und schrieb unter seinem richtigen Namen Dr. Heinrich Landesmann redaktionelle Beiträge für Schachzeitungen.

Schachkomponist Dr. Heinrich Landesmann Pseudonym Hieronymus Lorm
Schachkomponist Dr. Heinrich Landesmann (Pseudonym: Hieronymus Lorm)

Nr. 35 - Emil Pauls (05.12.1840 Cornelimünster – 03.08.1911 Düsseldorf) war Apotheker in Kornelimünster (alte Schreibweise: Cornelimünster) bei Aachen. Als Heimatforscher schrieb er Bücher über die Geschichte Aachens, Beiträge zur Adelsgeschichte der Reichsabtei Cornelimünster und über Zauberwesen und Hexenwahn am Niederrhein (1898). Max Lange erwähnt E. Pauls 1862 im Handbuch der Schachaufgaben. Beiträge von E. Pauls finden sich in der Deutschen Schachzeitung 09/1875 und 01/1876.

Schachkomponist Emil Pauls in Kornelimünster bei Aachen
Schachkomponist Emil Pauls in Kornelimünster bei Aachen

 

Schachkomposition von August Alexander Johann von Cywinski de Puchala 1859

Nr. 36 - August Alexander Johann von Cywinski de Puchala (16.07.1829 Wien – 01.01.1905) Sohn eines Hauptmanns, war selbst Soldat und nahm an Schlachten teil. Nach einer Verwundung wurde er 1860 pensioniert. Seine erste Komposition erschien 1855 in der Wiener Schachzeitung. 1857 und 1858 erschienen seine Kompositionen auch in Leipzig in Payne's Illustrirtem Familien-Journal. Cywinski war einer der bedeutendsten Vorplan-Meister der Frühzeit.

 

 

Achtung! Hier folgen jetzt gleich die Lösungen

 

 

 

 

 

 

© Elke Rehder

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